Clive Thompson hat vor kurzem im Internet-Magazin „Wired“ vorgeschlagen, dass Wissenschaftler sich weniger vorsichtig ausdrücken sollten, als es gegenwärtig der Fall ist. Nicht mehr von „Evolutionstheorie“ sollten sie sprechen, denn eine Theorie werde von der ungebildeten Öffentlichkeit nicht hinreichend ernstgenommen. „But for most people, theory means a haphazard guess you’ve pulled out of your, uh, hat. It’s an insult, really, a glib way to dismiss a point of view: ‘Ah, well, that’s just your theory.’” Diese jeder Theorie innewohnende Unsicherheit, die aber ausgerechnet bei der Evolutionstheorie extrem gering sei, machten sich „Antievolutionisten“ zunutze und säten weitere Zweifel. Um derartige Angriffe zu kontern, solle man, schlägt Thompson deshalb vor, eine offensivere Sprache pflegen. Da Zweifel an der Theorie angesichts der Einigkeit der Scientific Community absurd seien („Evolution ist überstabil“), sei es durchaus angemessen, vom „Evolutionsgesetz“ zu sprechen. Denn wer würde es wagen, an einem Gesetz zu zweifeln?

Thompsons Vorschlag kann noch radikalisiert werden. Weder „Theorie“ noch „Gesetz“ sind angemessene Begriffe. Man sollte dazu übergehen, vom „Evolutionsdogma“ zu sprechen.