Das Grinsen wollte nicht vergehen, als Michael Schmidt-Salomon letzten Montag an der Podiumsdiskussion über Giordano Bruno an der Berliner Humboldt-Universität teilnahm. Vielleicht war das, was er da zum Besten gab, auch nicht so ernst gemeint. Denn der knallharte, zur gedanklichen Klarheit verpflichtete Aufklärer schwurbelte reichlich unklar daher. Sprach davon, dass man die Transzendenz nicht den Kirchen überlassen dürfe und von „rationaler Mystik“. Was das denn sei, wollte der Diskussionsleiter wissen. Da geriet der Chefaufklärer etwas ins Schwimmen und verfiel auf eine Erklärung, die aber auch nicht so recht überzeugen wollte: „Das Geheimnis ist nicht in Worte zu fassen.“ Dabei wird es vermutlich bleiben, denn die folgende Rede von der „Poesie der Wissenschaften“, von „Flow-Erlebnissen“ und einem „mystischen Überschuss der Evolutionsbiologie“ war leider nicht geeignet, die Zuhörer am Geheimnis teilhaft werden zu lassen. Aber wenigstens hatten sie am Ende auch etwas zu grinsen.