9. Mai 2008
Kreationismus als Wissenschaft und Weltanschauung
Posted by BK under Bericht | Schlagworte: Kreationismus, Lehre, Politisches Mandat, Religionsfreiheit, Studentischer Rat, Universität Hannover, Verfasste Studentenschaft, Weltanschauung, Wissenschaftsfreiheit |Der Studentische Rat der Universität Hannover ist nicht berechtigt, „sich ausdrücklich gegen Kreationismus aus(zu)sprechen“, hat der Ältestenrat der Studentenschaft der Leibniz-Universität Hannover am 28. November 2007 entschieden. Als Organ der Verfassten Studentenschaft fallen weltanschauliche Bekenntnisse nicht in seinen Zuständigkeitsbereich. Denn: „Weltanschauliche Bekenntnisse haben keinerlei erkennbaren spezifisch studentischen Bezug, sondern sind – im Gegenteil – höchstpersönliche Angelegenheit jedes einzelnen Menschen unabhängig davon, ob er studiert oder welcher Beschäftigung er sonst nachgeht.“
Der zweite Halbsatz der Beschlussvorlage – „Der Studentische Rat möge sich ausdrücklich gegen Kreationismus aussprechen und sich von jeder Form kreationistischer Lehre distanzieren“ – ist indes nicht zu beanstanden, weil es hier um eine Angelegenheit geht, die „final auf die Qualität der akademischen Lehre gerichtet (ist) und nicht auf eine Bewertung der religiösen Weltanschauung, sodass kein Eingriff in die Grundrechte aus Art. 4 Abs. 1 GG vorliegt. Auch ein Eingriff in Art. 5 Abs. 3 (Wissenschaftsfreiheit) liegt nicht vor.“
12. Mai 2008 at 12:00
Eine Diskussion über Kreationismums/Naturalismus unter die Studiernden zu bringen, ist berechtigt und notwendig, aber gleichzeitig die studentischen Organisationen zu zwingen, sich auf eine Seite zu stellen, ist für ein akademisches Diskussionsklima an der Uni kontraproduktiv.
Die Empfehlung, sich wegen der wissenschaftlichen Freiheit gegen den Kreationsimus auszusprechen, ist aus folgenden Gründen berechtigt: Naturalismus ist ein Kind der Beobachtung und muss weiter in der Wissenschaft verfolgt, gelehrt und erforscht werden, auch wenn es zum Schluss an die Grenzen des Glaubwürdigen stössen sollte.
Kreationismus kann für einen Forscher keine ernsthafte Ausgangsposition sein, weil sich der eventuelle Schöpfungszeitpunkt bzw. Schöpfung als Vorgang jeglicher Diskussion und nachvollziehbarer Erfassung entzieht.
An einer Uni kann Kreationismus nur als eine in ferner Zukunft zu beweisende oder zu widerlegende Behauptung existieren. Evolution ist und bleibt der einzige Gegenstand der akademischen Lehre.